GESCHICHTE DER
WALDSCHENKE ALTBERG
Die Anfänge
Bereits Ende des 19.
Jahrhunderts wurde auf dem Altberg gewirtet, damals stand da ein
vierstöckiger Aussichtsturm. Auf jedem Stockwerk gab es unter der Treppe ein
Sofa, über
dessen Zweck sich die spätere Wirtin, Rosa Schibli-Hirs, schon
als kleines Kind gewundert hatte.
1917 - 1978
1917 verlobte sich die
junge Rosa Hirs auf dem Altberg mit Ihrem Verehrer, Adolf Schibli.
1919
heirateten die beiden und schon bald stellten sich Kinder ein. Zu dieser
Zeit verlor
Adolf seine Arbeit als Präzisionsschleifer und tat 1921 einen
Entscheid, der seine junge
Ehefrau einigermassen aus der Fassung brachte. Er
ersteigerte sich auf einer Gant
eine Waldparzelle auf dem Altberg, auf
welcher statt des Turms inzwischen eine Holzbaracke stand.
Als Rosa Schibli
1922 wegen des Wirtepatents auf der kantonalen Findanzdirektion vorsprach,
klärte sich auch das Rätsel der geheimnisvollen Sofas. Den damaligen
Pächtern auf dem
Aussichtsturm musste auf Grund von unsittlichen
Vorkommnissen das Patent entzogen werden.
Angeblich galt der Altberg damals
als Treffpunkt für Liebespärchen,
"wobei der Gemeinderat nicht zuletzt
vertreten war", wie es in den Unterlagen hiess !
Wirten auf dem Altberg,
dies war harte Arbeit. Es fehlte ja an allem was es dazu brauchte:
Weder
Elektrizität noch Telefon gab es, das Wasser musste am Felsenbrünneli
(etwa
10 Gehminuten entfernt) geholt werden, und Zubringerstrassen existierten
natürlich auch nicht!
Immerhin, arbeitslos war Dolf Schibli nicht mehr: Als
erstes wurde das Haus
instand gestellt und ein Naturkeller ausgehoben. 1926 stiess Adolf etwas unterhalb der Waldschenke auf eine Quelle.
Einen Sommer
lang spatete, pickelte und schaufelte er unermüdlich und schliesslich war
das Werk vollbracht:
Mittels eines genialen Systems, dem hydraulischen
Widder, wurde ein Teil des Wassers
zum Haus gepumpt und die mühsame
Wasserschlepperei hatte damit endlich ein Ende.
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Wie funktioniert ein hydraulischer Widder?
Hier die Lösung als PDF Datei.
Auch die erste
Waldstrasse baute Adolf eigenhändig, wobei er seine 4 Töchter
(mittlerweile
zwischen 6 und 10 Jahre alt) vor den Leiterwagen spannte,
mit dem er die
Steine für das Strassenbett den Berg hinauf führte.
1932 wurde die
Waldschenke ans Telefonnetz angeschlossen. Bei Schneefall fiel die
Verbindung allerdings regelmässig aus, bis sich Rosa auf den Weg machte,
um
mit einer langen Stange die Drähte von ihrer weissen Last zu befreien.

Nach und nach wurde das
Haus weiter ausgebaut, zunächst entstand ein Anbau für
die Küche und später
folgte ein kleines Säli. 1955 starb Adolf Schibli und Rosa führte den
Betrieb
alleine weiter. Allerdings kamen am Wochenende die inzwischen
erwachsenen Töchter vorbei, um dem Ansturm der durstigen Wanderer gerecht zu
werden.
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1979 - 1995
1979, nach fast 60 Jahren
Tätigkeit auf dem Altberg, war es für Rosa Schibli Zeit,
ihre Verantwortung
abzugeben. Gertrud Hintermann- Schibli, eine ihrer vier Töchter,
erklärte
sich bereit, mit Hilfe ihres Ehemannes Albert und der Tochter Gaby die
Waldschenke weiterzuführen. Allerdings waren anlässlich des Wirtewechsels
vielerlei Vorschriften zu beachten und Umbauten zu tätigen. Das Plumpsklo
hinter dem Haus,
welches bis anhin den Bedürfnissen
genügt hatte, wurde nicht mehr bewilligt, die
Feuerpolizei verlangte ein
Minimum an Löschwasser- Vorräten, das "Raumvolumen"
wurde beanstandet usw. - usf.
Es war klar, das grössere Umbauten nicht zu umgehen, und eine
Erschliessung mit Wasser und Elektrizität erforderlich wären. Ohne die
grosszügigen
finanziellen Zuschüsse der umliegenden Gemeinden
wäre all dies nicht zu bewältigen gewesen.
Rosa Schibli starb 1990,
kurz vor ihrem 95. Geburtstag.
Sie wurde da beigesetzt, wo sie so viele Jahre glücklich gelebt
und gearbeitet hat- in einem romantischen kleinen Blumengärtli,
direkt beim Haus.
Unter Gertrud Hintermann
wurde die Waldschenke zu einem Treffpunkt für verschiedene Vereine und
Firmen, für welche das feine Käse- Fondue inzwischen zu einer lieben
Tradition geworden ist.
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1995 - Heute
1995 übernahm Gaby
Hintermann die Führung der Waldschenke. Das Konzept wurde weitgehend
beibehalten und nur das Angebot etwas ausgebaut. Im Jahr 2001 verstarb
Gertrud Hintermann
kurz nach ihrem 80. Geburtstag und zwei Jahre später
folgte ihr Ehemann Albert nach.
Auch sie beide fanden ihre letzte Ruhe auf
dem Altberg. Ansonsten scheint in der Waldschenke
die Zeit still zu stehen:
Nach wie vor wird die Gaststube abends vom heimeligen Licht der
Petrollampen erhellt und
die von Albert Hintermann geschnitzten
Wurzelmännli blicken verschmitzt auf die durstigen Wanderer herab.
***
PS. Dieser Text ist
mehrheitlich eine Zusammenfassung aus dem kleinen Büchlein
von Heinz Lüthi
(ehern. Cabaret Rotstift) „ROSA SCHIBLI“ WIRTIN ZUR WALDSCHENKE ALTBERG"

Das Büchlein ist im Altbergverlag erschienen und in der Waldschenke zu kaufen.